Berlin ist 2014 noch nicht reif für Olympia

Gerade ist zu Lesen, dass Berlin die WM-Feier und die Euphorie auf der Fanmeile für eine Bewerbung nutzen möchte. Zum derzeitigen Zeitpunkt muss man aber sagen, dass Berlin überhaupt nicht reif wäre für Olympia und es wichtiger wäre, die Stadt erst mal mit einem standfesten Fundament auszustatten und danach den Weg einer Bewerbung für Olympia 2024 zu überlegen. Der Stand heute ist doch, dass der Öffentliche Nahverkehr seit Jahren sich nicht weiterentwickelt und manchmal auf der letzten Rille fährt – wer hier manchmal die Busse sieht wie sie fahrplanmäßig kommen und hoffnungsvoll überfüllt sind, der mag sich gar nicht das Gleiche MIT Olympia ausmalen. Die Stadt Berlin hat zwar im Zentrum, also rund um die Siegessäule und das Brandenburger Tor, den Berliner Dom und bald auch dem Humboldt-Forum eine vernünftige Infrastruktur für Großveranstaltungen. Aber die letzten Jahre ist nichts richtig vorangekommen: Der BER Flughafen verkommt zur Lachnummer und ein neues Ziel könnte ja dann wenigstens Olympia sein, die Straßen und Wege in Berlin sind mit Kot und Müll übersät, die Öffnungszeiten der Berliner Ämter sind noch aus dem letzten Jahrhundert und in den Bezirken regiert teilweise das Chaos. Die Gelder für Schulen uns Sportplätze werden wenn überhaupt, dann nur widerwillig und in zu geringem Maße bewilligt und damit merkt man einfach, dass diese Bewerbung nicht aus dem Herzen kommt. Man muss den olympischen Gedanken auch vorleben können und hier werden einfach zu viele aus finanziellen Gründen zurück gelassen. In zehn Jahren sind die heute 8-jährigen volljährig und da müsste also jetzt schon eine Art von Programm feststehen zur Förderung von Talenten usw.

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Sogar die Befragung zur Grundausrichtung einer möglichen Bewerbung Berlins für Olympische und Paralympische Spiele ist versteckt:

Hier geht es zur Spiele in Berlin „Berlin kann Olympia“ – Befragung

Auch die nächsten Jahren verlässt man sich zu sehr auf den Länderfinanzausgleich und hängt somit am Tropf der anderen Bundesländer, an Personal wird jedoch auch weiter im öffentlichen Dienst und im Nahverkehr weiter eingespart bis zur Schmerzgrenze. In den Bahnhöfen, Bahnen und Bussen fehlt es an Menschen, die helfen und auch ein Auge auf Sauberkeit und Klientel haben könnten. Einige Sportstätten in Berlin sind abgerissen oder verkommen und viele Sportplätze verkümmern und sind ungepflegt. Im Großen und Ganzen ist Berlin in den letzten Jahren vielleicht zum hippen Treffpunkt für ein Partyvolk geworden und wurde von Investoren für Immobilien neu entdeckt, aber die Berliner Bevölkerung erlebt die letzten –wenn wir mal bei den 10-Jahres-Schritten bleiben- Jahren eher einen Negativtrend, der zur Angst aller nicht zwingend mit einer Bewerbung für Olympia 2024 den Turning Point ereichen wird. Eher wird es so sein, dass wieder nur in falsche Dinge investiert wird wie jetzt aktuell zu viel in unnötige “Kultur” und zu wenig in Schulen. Die Meldungen und Hilflosigkeit zu den Flüchtlingen in der Berliner Gerhart-Hauptmann-Schule in Kreuzberg machen auch nicht gerade Appetit auf mehr. Fakt ist einfach: Berlin hat trotz scheinbar immer neuer Besucherrekorde enorme Geldprobleme oder gibt das Geld für falsche Dinge aus oder hat das Geld, aber sagt es hat kein Geld. Alle drei Möglichkeiten schließen somit eher eine Olympia Bewerbung für 2024 aus. Es wird nicht besser.

Bilder – Berlins größte Schlaglöcher +++ Tagesspiegel: Kampfparker, Fehlplanungen und wilde Baustellen (Artikel von 07/2014) +++Deutsche Bahn flickt das Glasdach mit Holzplatten +++


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